22. Mai bis 4. Oktober 2026
Ausstellungen und Veranstaltungen
Zweierstrasse 177
8003 Zürich
Offen: jederzeit
Persönlich: nach Vereinbarung per E-Mail an
outofoffice - at - zweierstrasse177.ch
Früher ein Laden für Drucke und Rahmen, seit über 15 Jahren nun ein geteiltes Büro. Zu hören: das laufende Wasser eines Brunnens, Hunde und Katzen, Vögel und Stimmen. Menschen, die den Vorplatz telefonierend passieren oder sich zum Essen auf eine Bank setzen. Tiere, die trinken. Eine Zone der Aufmerksamkeit für Kunst, die zugleich gewisse Erwartungen an Arbeitsplatz, Position und Verfügbarkeit für einen Moment aussetzen soll.
Eröffnung: 21. Mai, 18 Uhr
In Alltagsbeobachtungen begegnet die konzeptuelle Arbeit von Lisa Schiess dem Unabgeschlossenen und Veränderlichen. Auf Spaziergängen durchs Quartier streift die Künstlerin oft über den Platz am Büro-Schaufenster vorbei. In einer Aktion wird Lisa Schiess Ausdrucke des historischen 50 Francs-Scheins im Brunnen waschen und danach für die Ausstellungsdauer im Schaufenster zum Trocknen aufhängen. Die Illustrationen auf der Banknote aus den 1990er Jahren zeigen u.a. Saint-Exupérys Figur Der kleine Prinz – ein augenzwinkernder Hinweis auf die Kapitalismus-Kritik des Kinderbuchautors und auf heutige Weltfluchtpläne von Silicon-Valley-Milliardären.
Zurich Art Weekend mit der Künstlerin:
Freitag, 12.6, 18-20 Uhr
Samstag, 13.6, 14-18 Uhr
Ausstellungstext
Eröffnung: 25. Juni, 18 Uhr, und Gespräch mit Fredi Fischli und Niels Olsen (gta exhibitions), Giulio Galasso (studio continentale), Cyril Kennel
Cyril Kennel erkundet auf seinen fotografischen Streifzügen durch die Deutschschweizer Peripherie die skulpturalen Qualitäten und die spielerische visuelle Produktivität postmoderner Formen in Stäfa, Wetzikon oder Kloten.
Damit nimmt Kennel eine experimentelle Alltagsarchitektur für Wohnsiedlungen, Shopping-Malls oder Industriebauten in den Blick, die es in der Schweiz nicht bis in die Zentren geschafft hat und die bis heute ein Schattendasein fristet.
Ausstellungstext
Der kleine öffentliche Platz vor dem Out of Office-Gemeinschaftsbüro beherbergt einen von mehr als 1200 Trinkwasserbrunnen in der Stadt Zürich. In unmittelbarer Nähe steht eine 1978 gepflanzte Winterlinde. Die Bäume sind durch immer länger werdende Hitzewellen und Trockenphasen gefährdet. So werfen sie vorzeitig ihre Blätter ab, um die Erde zu kühlen und Verdunstung zu vermindern.
Die Klanginstallation von Aio Frei verhandelt und übersetzt zwischen den sich wechselseitig bedingenden Beziehungen auf dem Platz. Die Linde im Wasser wirkt durch Körper der Anwesenden, das Wasser fliesst durch die Gefässe zur Linde, und weil die Augen beruhigt und geschärft werden, rückt das «innere Ohr» nach vorn.
Das fragile Klanggefüge aus Wasser, Keramik, Linde, Wind und Besucher:innen schwebt in stetiger Unbestimmtheit, verändert und re-arrangiert sich fortlaufend.
Ausstellungstext
Eröffnung: 10. September, 18 Uhr
Umrisse und Oberflächen deuten bekannte Formen an – oder auch nicht. Zwischen Geometrie, Material und Umgebung erkundet Maud Châtelet mögliche Räume in zwei und drei Dimensionen. Was auf den ersten Blick nach der Umsetzung einer gestalterischen Absicht aussieht, erweist sich als prekäres Zusammenwirken. Material und Schwerkraft, aber auch klimatische und räumliche Verhältnisse sind nicht nur Begleitumstände, sondern stehen hier im Fokus. Scheinbar vertraute geometrische Aufteilungen erweisen sich in Schnitten und Faltungen sowie durch Auskragungen und Wölbungen als schwer bestimmbare Konstellationen. In Malerei und modellhaften Installationen entwirft Maud Châtelet nicht nur potenzielle Räume, sondern zugleich auch Vorstellungen ihrer Transformation. Aus Rollenware für die Industrie gefaltet, verhandelt eine Installation im Schaufenster bei Out of Office die Codierungen von Raum und Arbeit.